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Fotografie to Go


Heutzutage muss ja alles praktisch sein, es muss schnell gehen und es sollte auch leicht sein. Das ist der Trend der Zeit. Mal eben den Kaffee im Pappbecher, den Salat aus der Plastikschale, in einer guten Portion abgepackt und auch gleichzeitig Salatsoße und Gabel dabei.

Bei manchen Sachen möchte man da echt nur den Kopf schütteln. Aber es gibt auch wirklich nützliche Dinge, die man gerade so im Vorbeigehen machen kann. Geradezu nebenbei, ungeplant.

Ist euch das nicht auch schon passiert? Gerade in den Momenten, die ihr nicht planen könnt, da entstehen wie von selbst die besten Fotomotive. Auf dem Weg zum Bäcker, um sich den Coffee to Go zu kaufen. Aber natürlich hat man gerade da seine Kamera nicht dabei.

Oder ihr macht einen Familienausflug ins Grüne und habt eh schon genug Gepäck mit. Dann kann man schon mal ins Grübeln kommen. Muss ich wirklich die ganze Fotoausrüstung mitnehmen? Gibt es keine Alternative?

Doch, die gibt es. Praktisch, schnell eingepackt, leicht in der Handhabung und als Kamera wirklich kompakt. Unser Smartphone. Was wären wir nur ohne dieses Wunder der modernen Technik?

Der eine oder andere wird nun sicher die Nase rümpfen. Ein echter Fotograf nimmt doch nicht sein Handy, das geht doch nicht. Doch, wenn man ein paar Dinge beachtet, dann kann man auch mit dem Handy super Fotos machen.

Denn: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat!

Hier zehn kleine Tipps für schöne Handyfotos:

Speicherplatz

Ich habe überlegt, ob ich das als Tipp mit aufnehmen sollte. Aber da mir das schon ein paar Mal selbst zum Verhängnis wurde, muss es einfach mit auf diese Liste.
Ein Handy hat einfach nicht unbegrenzt Speicherplatz. Mit jedem Update des Betriebssystems, mit jeder App und mit jedem Foto kommt der Speicherplatz an seine Grenze. Deswegen befreit euren Speicher regelmäßig vom Datenmüll. Geht auch ruhig mal über die Einstellungen in die “Untiefen” eures Telefons. Oft liegen Daten an versteckten Orten. Apps zu löschen reicht halt nicht immer aus, viele Apps hinterlassen ihre Spuren. Und dann kann er kommen, dieser perfekte, eine Moment für das eine Foto, denn das Handy ist stets bereit.

Linse säubern

Unser Handy ist ein Gebrauchsgegenstand. Mehrmals täglich nehmen wir es in die Hand. Wir stecken es in diverse Hosen- oder Jackentaschen, oft, ohne es in eine Schutzhülle zu stecken. Da kann die Linse schon mal drunter leiden. Deswegen hier mein Tipp: Reinigt eure Linse vor dem Fotografieren mit einem weichen Tuch. Nichts ist ärgerlicher als irgendwelche Flusen auf dem Schnappschuss.

Zweihändig bedienen

Natürlich ist ein Handy leicht und kompakt. Nichts desto trotz sollte man auch das Smartphone immer mit beiden Händen bedienen, damit die Bilder nicht verwackeln. Ist auch sehr sinnvoll, wenn man Bilder auf Libori in Paderborn im Riesenrad machen will. Den Ausblick festhalten funktioniert nur, wenn ihr auch euer Handy gut festhaltet, damit nichts verwackelt, oder es eben nicht in die Tiefe saust.

Licht

Handys sind sehr anspruchsvoll, was das Licht anbelangt. Sollte euch euer spontaner Ausflug mal in die Gewölbe der Bielefelder Sparrenburg führen oder in den Paderborner Dom, dann bedenkt, dass die kleinen Alleskönner auf viel Licht abfahren. Je dunkler die Umgebung, desto mehr Bildrauschen werdet ihr in eurem Motiv haben.
Natürlich gibt es die Blitzfunktion im Handy, jedoch erhellt dies nur Gegenstände in unmittelbarer Nähe.
Deswegen achtet immer auf ausreichend Licht bei der Motivwahl. Und sollte es doch mal zu dunkel sein, spielt einfach mal mit einer Taschenlampe rum. (Falls die dann just in diesem Moment zur Hand ist).

Zoom

Mittlerweile hat jedes Handy eine Zoomfunktion im Kameramodus. Zwei Finger auf den Display und die Finger auseinanderziehen, schon vergrößert man das Bild. Doch darunter leidet die Bildqualität. Wenn es möglich hin, geht auf euer Fotoobjekt zu.

RAW oder HDR

Achtet beim Fotografieren immer darauf, dass ihr die beste Bildqualität einstellt, die eure Kamera hergibt. Am besten ist natürlich das Fotografieren in RAW, was viele Smartphones schon können. So könnt ihr später noch an euren Fotos arbeiten, ohne das es zu Qualitätseinbußen kommt.
Mit der HDR Einstellung holt ihr – zumindest theoretisch – die optimale Farbbalance aus euren Fotos heraus. Allerdings haben viele Handys hier Probleme mit korrekter, natürlicher Farbwiedergabe. Probiert also vorher in einer kontrollierten Umgebung, wie naturgetreu die Farbwiedergabe eures Handys ist, damit ihr auch für die Nachbearbeitung der Fotos bereits Erfahrung habt.

Motivauswahl

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen. Auch wenn das Handy schon ein Wunderwerk ist, kommt es natürlich nicht immer an die Spiegelreflexkamera ran. Deswegen ist es wichtig, auf die richtige Motivauswahl zu achten. Manchmal ist weniger für den Betrachter mehr. Makrofotografie funktioniert auch nicht mit dem Handy.
Schaut euch die Welt an. Welche Szenen sind es wert, das man sie mit dem Handy festhält? Muss immer alles auf einem Foto zu sehen sein oder ist es auch spannend nur einen Ausschnitt zu zeigen. Ansonsten gelten die gleichen Regeln der Motivwahl, wie bei der Fotografie mit der “Großen Kamera”.
Horizont gerade, der goldene Schnitt, usw.

Mit dem Fokus spielen

Durch einfaches Berühren des Bildschirms des Handys kann man mit dem Fokus der Bilder spielen. Es ist spannend mit Schärfe und Unschärfe so leicht spielen zu können. Doch manchmal macht das Handy dann im letzten Moment einen Rückzieher. Wenn euch also eine Einstellung gefällt, macht am besten gleich mehrere Fotos hintereinander. So könnt ihr euch sicher sein, dass euer Bild auch dabei ist.

Bewegung

Bewegungen mit dem Handy einfangen ist wirklich schwer. Einfach auf den Auslöser drücken wird nichts, denn dann wird das Motiv unscharf. Dies liegt daran, dass ein Handy oft nur eine feste Belichtungszeit hat, bzw im Gegensatz zu einer Spiegelreflexkamera die Belichtungszeit nur emuliert, d.h. nachbildet. Oft reagiert der Bildsensor einer Handykamera an sich schon träger (im Vergleich zu einer Spiegelreflexkamera), auch das muss man im Hinterkopf haben. Am besten bewegt man sein Handy in der Hand einfach mit dem Motiv mit, das man fotografieren mag. Das kostet, zugegeben, ein wenig Geduld und Übung, aber die Bilder werden sehr dynamisch und besonders. Probiert es mal aus.

Nachbearbeiten

Es gibt unzählige Programme, um seine Handys direkt auf dem Gerät nachzubearbeiten. Dafür bräuchte es fast einen Extra-Blogbeitrag. Und für jeden ist wohl eine andere App richtig. Schaut einfach in den Rezensionen der Apps nach, probiert auch mal welche aus. Besonders wenn man in RAW fotografiert, ist es spannend, mit den Bildern zu experimentieren. Wichtig dabei zu beachten: Die App muss nichts kosten, es gibt schon tolle Foto-Apps, die völlig gratis sind. (Ich möchte hier keine Werbung machen, deswegen schaut einfach in euren App-Shop und sucht mal nach Fotobearbeitung, dort gibt es zahlreiche Vorschläge, durch die man sich wohl ersteinmal wühlen sollte). Wenn die App jedoch auf mehr als eure Fotos Zugriff verlangt, dann schmeißt sie am besten wieder runter. Denn in euren Kontakten hat eine Bearbeitungs-App nun wirklich nichts verloren.

Gerade in der Handyfotografie schreiten die Entwicklungen schnell voran. Mitterweile kann man bei den Smartphones auch manuell an der ISO-Zahl schrauben. Es gibt viel Zubehör, um noch mehr aus seinen Handyfotos herauszuholen, sogar passende Handyobjektive sind erhältlich. Ich persönlich bin gespannt, welche Möglichkeiten es bald noch geben wird.
Vor allem ist die Entwicklung für die Social Media Nutzung großartig, so braucht man nicht mehr das teure Equipment, alles was man braucht, hat man einfach in seiner Hosentasche.

Natürlich kann ich hier nur sehr allgemeine Tipps geben. Das Wichtigste ist, es einfach mal auszuprobieren und zu schauen, was man mit seinem Handy so machen kann und wo für einen selbst die Vorlieben liegen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren.

Claudia bloggt hier immer Mal wieder rund um das Thema Fotografie und Fotomotive. Im Foto-Treff-Bielefeld e.V. kann sie all ihren Steckenpferden nachgehen. Bloggen, fotografieren und die sozialen Medien mit Inhalten füllen.

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