Blog, Fotoideen

Abgelichtete Nachtansichten


Ich gebe zu, den Titel des Blogeintrags habe ich bewusst, zum Teil, geklaut.

Aufmerksame Kulturinteressierte aus Bielefeld und OWL haben den Termin sicher schon seit Monaten im Kalender stehen, die Eintrittsbändchen liegen bereit.

Am 28.04 finden in Bielefeld die 17. Nachtansichten statt. An über 50 kulturellen Orten, wie Kirchen, Museen und Galerien werden bis 1 Uhr in der Früh Nachtschichten für die Besucher eingelegt.

Aber auch die besondere Lichtstimmung in der Bielefelder Altstadt, macht diese Veranstaltung zu etwas ganz Besonderen. Vor allem bei Fotografen weckt diese Nacht den Jagdrinstinkt. Mit Stativ und Kamera ausgerüstet geht es in die Menschenmenge, auf der Suche nach dem besten „Schuss“.

Das nehmen wir uns doch einfach mal zum Anlass und geben euch ein paar generelle Tipps für Nachtfotografie und Langzeitbelichtung. Natürlich mit dem einen oder anderen Vorschlag, wo ihr das nächste Woche in Bielefeld dann testen könnt.

Foto von Vereinsmitglied Michael König

Die Technik

Zunächst ist es natürlich ganz wichtig, dass ihr euch für die richtige Ausrüstung entscheidet. Egal, mit was du letztendlich fotografierst (DSLR, Systemkamera oder Kompaktkamera), du solltest in jedem Fall im RAW-Format deine Bilder machen. Dies können zwar auch schon einige Smartphones (wir berichteten), aber die übrigen Einstellungen lassen eben zu wünschen übrig.

Was ebenfalls unausweichlich ist, das ist ein stabiles Stativ. So könnt ihr ungewollte Bewegungsunschärfe durch das wackelnde Stativ vermeiden. Am besten fotografiert ihr dann zusätzlich entweder mit Fernauslöser, oder, wenn ihr so etwas nicht besitzt, reicht auch der Selbstauslöser der Kamera. So entsteht ein Bild sozusagen freihändig und die leichten Bewegungen, die beim direkten Auslösen unumgänglich passieren, entstehen gar nicht erst.

 

Endlich geht es ans Fotografieren

Wenn ihr alles gut verstaut habt, dann kann es ja endlich in die Bielefelder Altstadt gehen. Ihr müsst nicht dringend ein Eintrittsbändchen besitzen. Auch außerhalb von Kirchen und Museen gibt es, völlig unentgeltlich, die schönsten Farben und Lichter zu sehen.

Wir starten doch einfach mal am alten Rathaus. Mit der Dämmerung um etwa 20:30 wird das Gebäude mit den verschiedensten Farblichtern angestrahlt. Nun geht es an das Einstellen der Kamera.

Natürlich ist es möglich, alles per Hand einzustellen. Aber da ich persönlich von Natur aus faul bin, arbeite ich am liebsten mit der Zeitautomatik (meistens die Einstellung A oder Av an der Kamera). So kann ich mich für eine optimale Blende entscheiden.

Wenn wir nun am Rathaus stehen, wird die eine Blende von 6 bis 9 wohl die idealste Einstellung sein. Dies ist jedoch von Kamera zu Kamera unterschiedlich und ist auch immer persönliche Geschmackssache.

Wenn ihr eure Blendeneinstellung gefunden habt, dann macht doch schon mal ein Testfoto.

Ich würde jetzt mehr Fotos machen und mit der ISO Zahl herumspielen, vielleicht mal meinen Standpunkt wechseln, aber ich will mit euch ja auch noch einige Schritte weiter gehen.

Dann lasst uns nach der ersten Einstellung mal zum TAM (Theater am Alten Markt) gehen. Auch hier gibt es wieder regelmäßige Lichtprojektionen, die man fotografisch festhalten sollte.

Um Bildrauschen zu vermeiden, müsst ihr selbstverständlich auf einen niedrigen ISO-Wert achten. Aber nicht nur der ISO-Wert ist für ein Bildrauschen verantwortlich. Auch eine mögliche Erwärmung des Sensors bei hoher Belichtungszeit kann ungewolltes Bildrauschen verursachen. Sollte euch das auffallen, setzt den ISO-Wert einfach ein wenig höher um eure Belichtungszeit eventuell zu reduzieren.

Ich finde, zum Abschluss lasst uns noch in die Altstädter Nicolaikirche gehen. Hier gibt es ab 18 Uhr Musik und die Kirche ist bunt ausgeleuchtet.

Sucht euch ein kleines, schickes Plätzchen in der Kirche, wo ihr niemanden mit eurem Stativ stört. Aus Erfahrung kann ich euch sagen, dass gerade die Nicolaikirche immer sehr voll ist. Ich stelle mich immer, wenn möglich, nach ganz hinten, um niemanden im Weg zu stehen.

Ihr könnt die Einstellungen von Draußen beibehalten, jedoch ist es hier mal spannend, alles manuell einzustellen und zu experimentieren. Spielt mit euren Einstellungen der Kamera und schaut, was passiert.

Aber folgendes solltet ihr auf jeden Fall beachten:

Bei wenig Licht wird der Autofokus oft nicht richtig bedient. Deswegen solltet ihr generell auf den manuellen Fokus umsteigen. So seid ihr auch flexibler in der Bildgestaltung.

Beim Fotografieren mit dem Stativ ist es ratsam, den Bildstabilisator auszuschalten. Ist dieser nämlich aktiv, kann es die Langzeitbelichtung und die Bildschärfe negativ beeinflussen.

Das waren nur Anregungen und allgemeine Tipps. Sowohl zum Fotografieren als auch für die Programmpunkte der Nachtansichten. Wer sich gerne über das Programm der Nachtansichten erkundigen mag, der sollte sich einfach das Programm anschauen. Folgt einfach dem folgenden Link:

https://www.bielefeld.jetzt/nachtansichten

Und auch bei den Kameraeinstellungen gilt: Richtig ist, was gefällt.

Probiert die verschiedensten Einstellungen eurer Kamera aus.

Ich wünsche euch viel Spaß am 28. April, wenn ihr die Nachtansichten besucht. Vielleicht trifft man sich ja.

 

Claudia bloggt hier immer Mal wieder rund um das Thema Fotografie und Fotomotive. Im Foto-Treff-Bielefeld e.V. kann sie all ihren Steckenpferden nachgehen. Bloggen, fotografieren und die sozialen Medien mit Inhalten füllen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.