Blog, Theorie

Die Sprache der Farben


Foto von Vereinsmitglied Wiebke Homann

Normalerweise fotografiere ich spontan, ohne mir irgendeinen Gedanken um die Wirkung von Farben zu machen.

Aber wenn man bestimmte Wirkungen erzielen möchte oder bestimmte Wirkungen bei den Betrachtern der Fotos auslösen mag, dann ist es durchaus hilfreich, wenn man sich im Vorfeld über die Farben, der verschiedenen Farbkombinationen und der Farbstärken bewusst ist.

Schon die Sättigung von Farben kann helfen, wie was ein Bild transportiert. Je pastelliger eine Farbe erscheint, desto sanfter wirkt ein Bild. So werden solche Töne oft als Stilmittel in der Babyfotografie genommen oder um den Frühling in Szene zu setzen. Oft wirken solche Bilder auch leicht melancholisch und nachdenklich. Aber auch verträumt.

Satte Farben wecken Fröhlichkeit und Stärke. Lebenslust und Power strahlen solche Fotos aus. Man scheint sich auf einem wahren Farbtripp zu befinden.

Natürlich wirken Farben auf Menschen oft unterschiedlich. Wie geht es ihnen gerade, wo stehen sie gerade im Leben? Emotionen können die Bildwahrnehmung beeinflussen, aber andersrum können Farben auch auf unsere Gefühlen Einfluss nehmen. Dennoch gibt es einige Gesetzmäßigkeiten.

Zu den warmen Farben gehören alle Rot-, Orange, und Gelbtöne. Sie werden mit Sonne, Feuer, aber auch mit Liebe und Wohlbehagen in Verbindung gebracht.

Blautöne gehören zu den kalten Farben. Eis, Schnee, Regen. Empfindungen wie Erfrischung und Erneuerung gehen dem Betrachter bei diesen Farben durch den Kopf.

Rot und Gelb sind sogenannte Signalfarben. Diese können tolle Akzente setzen, wenn sie im Vordergrund auftauchen und klar gesetzt sind. Tauchen solche Farben jedoch im Hintergrund auf, können sie vom eigentlich Motiv zu sehr ablenken und sollten somit vermieden werden.

 

Der Farbkreis

Gerade bei der Fotografie von Farbkontrasten ist es wichtig, die Wirkung von Farben untereinander zu kennen. Gelb, zum Beispiel.

Neben Schwarz leuchtet Gelb und hat eine sehr einflussreiche Wirkung. Neben Blau wirkt Gelb eher kühl und doch freundlich. Neben rot wirkt es warm.

Um die Farbzusammenhänge noch besser verstehen zu können, hab ich hier mal ein wenig Theorie. Der Schweizer Maler und Kunsttheoretiker Johannes Itten hat 1961 einen Farbkreis entwickelt und die einzelnen Farben in Verbindung zueinander gebracht.

Farbkreis nach Itten von 1961

In Studien und Ausbildungen wird diese Farblehre gelehrt. In der Fotografie, aber auch in der Floristik und im Graphikdesign.

Hierbei sind die Grundfarben die sogenannten Primärfarben. Blau, Gelb und Rot. Alle Farben, die durch Mischung der Primärfarben entstehen, sind die Sekundärfarben. Das sind die Farben im mittleren Kreis. Alle anderen Farben sieht man ganz außen, die wiederum durch Mischen entstehen. Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, nennt man Komplimentärfarben.

So kann man nun Bilder mit einem Farbdreiklang aufbauen, die untereinander harmonisieren. Man stellt sich im äußeren Farbkreis einfach ein spitzwinkliges Dreieck vor und die Farben auf den Dreieckspitzen bilden eine runde Kombination in Fotos.

 

Korrekturen von Farben

Beim Fotografieren von kontrastreichen Fotos sollte man stets die Belichtung im Auge behalten und später, die Fotos, im besten Falle im RAW-Format, später am PC nachbearbeiten. Da der Belichtungsmesser auf ein mittleres Grau kalibriert ist, kann es vorkommen, dass sehr strahlende, helle Farben wie Gelb oder Orange als zu hell interpretiert werden und so die Kamera eine knappere Belichtung von der Kamera genutzt wird.

Im Sonnenlicht wirken Farben für die Kamera voll und satter, bei Bewölkung scheinen die Farben eher flach.

So kann es passieren, dass der Belichtungsmesser mal daneben liegt und Fotos, trotz genug Licht, über- oder unterbelichtet wirken.

Das kann man aber ohne weiteres am PC mit den verschieden Programmen nachjustieren.

 

Und jetzt seid ihr dran. Lasst die Farben strahlen. Was sollen eure Bilder zum Ausdruck bringen? Sagt es durch die Farbpalette.

 

Claudia bloggt hier immer Mal wieder rund um das Thema Fotografie und Fotomotive. Im Foto-Treff-Bielefeld e.V. kann sie all ihren Steckenpferden nachgehen. Bloggen, fotografieren und die sozialen Medien mit Inhalten füllen.

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